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9. Juni 2026 · Carenji

Begleiter statt Ersatz: warum Carenji Ihre Pflegesoftware nicht ablöst

  • Companion
  • Pflegesoftware
  • Interoperabilität

In den meisten österreichischen Pflegeheimen läuft die Pflegedokumentation bereits über ein etabliertes System – Myneva, Sanocon, Vivendi oder ein vergleichbares Produkt. Diese Systeme bilden den Pflegeprozess umfassend ab, und ein Wechsel ist ein großes, riskantes Vorhaben. Carenji setzt deshalb bewusst nicht dort an. Carenji ist als Begleiter gedacht, nicht als Ersatz.

Was „Begleiter“ konkret bedeutet

Carenji löst Ihre bestehende Pflegesoftware nicht ab. Es steht daneben und kümmert sich um einen schmalen, klar abgegrenzten Ausschnitt: die Erfassung der Bedarfsmedikation direkt am Ort der Versorgung. Die Pflegeperson hält die Gabe im Moment des Geschehens fest – mit Zeitstempel und Kürzel, am Bett der Bewohnerin oder des Bewohners.

Daraus entsteht eine nachvollziehbare, exportierbare Übergabe: eine geordnete Aufstellung dessen, was wann und von wem dokumentiert wurde. Diese Übergabe überträgt das Team anschließend in die führende Pflegedokumentation. Carenji ordnet und protokolliert – es entscheidet nicht, es dosiert nicht, es überwacht nicht und es warnt nicht klinisch. Carenji ist kein Medizinprodukt.

Warum nicht „alles ersetzen“?

Für ein Haus mit 50 bis 100 Betten ist ein vollständiger Systemwechsel ein erhebliches Unterfangen: Datenmigration, Schulungen, Parallelbetrieb, Einarbeitung über Wochen. In dieser Zeit arbeitet das Team mit zwei Logiken gleichzeitig, und genau dann entstehen Fehler und Reibung.

Ein fokussierter Begleiter geht den umgekehrten Weg. Er greift einen einzelnen, gut umrissenen Vorgang heraus – hier die Bedarfsmedikation – und verbessert ihn, ohne das tragende System anzutasten. Das bestehende Produkt bleibt die führende Akte. Carenji liefert nur einen sauberen Baustein dazu, den das Team an der gewohnten Stelle einpflegt.

„Keine klassischen Schnittstellenkosten“ – was damit gemeint ist

Bewusst verzichtet Carenji im jetzigen Stand auf eine tiefe technische Kopplung an die führenden Systeme. Die Übergabe erfolgt als Export, den das Team in die Pflegedokumentation überträgt. Das ist die Entwurfsabsicht dahinter: kein eigenes Middleware-Projekt, keine individuelle Schnittstellenentwicklung pro Standort, bevor überhaupt ein Nutzen sichtbar ist.

Das ist ausdrücklich kein Versprechen über Null-Kosten und keine Behauptung einer automatischen, aufwandsfreien Kopplung. Ein Export-Schritt bleibt ein Arbeitsschritt, und jedes Haus hat eigene Abläufe. Gemeint ist lediglich: Der Einstieg setzt kein vorgelagertes Integrationsprojekt voraus. Man kann den begleitenden Ausschnitt ausprobieren, ohne zuerst Systeme zu verbinden.

Kompetenzen und die laufende Evaluierung

An den pflegerischen Kompetenzen ändert ein Begleiter nichts. Grundlage bleibt das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG); die Verantwortung für die Anordnung liegt unverändert bei der DGKP. Carenji ist vorbereitet auf eine mögliche künftige Neuregelung im Rahmen der laufenden Evaluierung des Wiener Pflegeheimgesetzes – ob und wie etwa eine Sammel-Subdelegation zulässig wird, ist offen. Carenji behauptet ausdrücklich nicht, dass eine Sammel-Subdelegation heute zulässig sei.

Stand und Einladung

Carenji befindet sich in der Demo-Phase. Es gibt noch keine Einrichtungen im Echtbetrieb; alle Daten in der Test- und Demoumgebung sind Testdaten. Wir suchen Pilotpartner aus der österreichischen Langzeitpflege, die den begleitenden Ansatz neben ihrer bestehenden Software unter realen Bedingungen erproben wollen. Wer mitgestalten möchte, ist eingeladen, sich zu melden.